Newsletter

  • Immer informiert über die neusten Trends, Webseiten und Tutorials! Einfach hier für den monatlichen Newsletter anmelden.
  •  Eintragen
  •  Austragen

Login

Umfrage

  • Haben Sie Interesse an Softwaretipps für Webmaster?
  •  
  • ja
  • nein
  •  


Linktipps

Anzeige

 

www.finanzcheck.de

Journalisten wurden mit Kameras überwacht

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat die Telekom-Zentrale durchsucht. Damit erteilten die Beamten den "internen Ermittlungen" eine klare Absage. Gleichzeitig werden neue Vorwürfe laut: Die Telekom soll bereits seit acht Jahren Journalisten bespitzeln und dabei auch zur Videoüberwachung gegriffen haben.

Die ganze Affäre entwickelt sich zu einem riesigen Skandal. Im Auftrag der Telekom hatte Network Deutschland regelmäßig Verbindungsdaten von Telekom-Mitarbeitern ausgewertet. Das Unternehmen hat die Verbindungsdaten nach Telefonnummern von Journalisten der Financial Times Deutschland und Capital durchsucht, um deren Informanten zu ermitteln. Angeblich sollte das seit 2005 so laufen - neue Erkentnisse weisen jedoch darauf hin, dass bereits seit dem Jahr 2000 Journalisten systematisch überwacht wurden. Vor allem der damalige FTD-Chefredakteur soll von den Bespitzelungen betroffen gewesen sein, nachdem er exklusive Informationen veröffentlicht hatte. Die Fahnder der Telekom hatten jedoch nicht nur Verbindungsdaten analysiert, sondern sogar versucht, mit versteckten Kameras Rückschlüsse auf den Informanten ziehen zu können.

Zusätzlich steht der Telekom-Vorsitzender Rene Obermann in der Kritik. Dieser hatte weder die betroffenen Journalisten, noch die Staatsanwaltschaft oder die Öffentlichkeit informiert, als 2007 erste Erkentnisse über Datenmissbrauch bekannt wurden. Der Konzern begründet das mit den Tarifverhandlungen, weshalb er vor einer "Zerreißprobe" gestanden habe.

Der Datenmissbrauch der Telekom ist in weiten Teilen der Bevölkerung auf harten Widerstand gestoßen. So beschwert sich der Deutsche Journalisten Verband (DJV) über die Bespitzelung und fordert gleichzeitig die Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung, die solche Aktionen geradezu heraufbeschwöre. Er sieht die Pressefreiheit in Deutschland in Gefahr, die vom Datenschutz abhinge. Der Bund deutscher Kriminalbeamter fordert dagegen die Beibehaltung der Datenspeicherung - verlangt jedoch eine zentrale staatliche Datenbank dafür. Telekommunikationsunternehmen sollten gezwungen werden, die Daten wieder zu löschen, nachdem sie diese an die entsprechende Behörde weitergeleitet hätten. Damit wäre es dann allerdings letztendlich wirklich möglich, Bewegungsprofile aller Deutschen zentral anzufertigen. Datenschützer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung wehren sich jedoch dagegen und fordern die Abschaffung der Datenspeicherung. Dazu rufen sie am 31.05.08 zu bundesweiten Demonstrationen gegen die Datensammelwut auf.

(via tagesschau.de, via gulli.com)
31.05.2008
Zurück zur Übersicht
 
Anzeige