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Das Wort zum Sonntag: EU-Kommission stimmt Übernahme von DoubleClick durch Google zu

Jetzt ist es also durch: Die EU-Kommission, die die 3,1 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Adservinganbieters DoubleClick durch Google prüfen sollte, wird der Übernahme höchstwahrscheinlich zustimmen. Das berichten zumindest "gut unterrichtete Kreise", auf die sich die zahlreichen Meldungen zu diesem Thema die derzeit kusieren berufen.

Bereits im März 2007 hatte Google im Pitch um das Unternehmen mit Microsoft und Yahoo den Zuschlag seitens der bisherigen Besitzer Hellman & Friedman und JMI Equity erhalten. Mit 3,1 Milliarden Dollar ein stolzer Kaufpreis für das Unternehmen mit rund 1.200 Mitarbeitern, dass im Jahr 2006 einen Umsatz von 300 Millionen Dollar erwirtschaftet hat - unbetreitbar, dass dieser Preis einzig durch den Pitch gegen Microsoft zustande kam.

Nachdem der Deal bekannt gegeben worden war, hatte im Herbst letzten Jahres bereits AOL den zweitgrößten Adservinganbieter (nach DoubleClick) ADTECH übernommen, über den Kaufpreis wurde jedoch Stillschweigen vereinbart. Die ADTECH AG mit Sitz in Frankfurt wird derzeit als Tocherunternehmen der AOL-Tochter advertising.com eigenständig fortgeführt.

Microsoft und Yahoo hatten nach dem verlorenen Pitch Stimmung gemacht gegen den Deal, Google erhalte zu viel Marktmacht dadurch und erreichten schließlich Ende letzten Jahres die eingehende Prüfung des Deals durch die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) und die EU-Kommission. Das FTC stimmte bereits im Dezember zu, die Übernahme werde den Wettbewerb "nicht substantiell einschränken".

In der EU hingegen erkannte im November bereits eine Vorprüfung, das Fusionsvorhaben sein für den Adservingmarkt "wettbewerbsrechtlich bedenklich". Europäische Datenschützer initiierten eine Anhörung vor der Kommission um ihre Bedenken zu äußern, die die Kommission allerdings abtat: Sie sei nur für wettbewerbsrechtliche Bedenken zuständig, Datenschutz sei kartellrechtlich irrelevant. Die entgültige Entscheidung wird am kommenden Dienstag offiziell Bekannt gegeben.

Fest steht, dass Google mit diesem Deal nicht nur sein Portfolio um ein echtes Adserving Unternehmen erweitert und massive Kompetenzen im Display-Advertising hinzugewinnt. Auch ist anzunehmen, dass Google die Kundenkontakte von DoubleClick nutzen wird, die Zielgruppe ihrer AdSense und AdWords Programme von den KMUs auf den Bereich der Mediaagenturen und Großkunden zu erweitern. Ein Markt, der 2006 noch einen Umsatz von immerhin 3,34 Milliarden Dollar erwirtschaftete und für 2010 bereits auf 4,5 Milliarden geschätzt wird - ein Kuchen von dem Google auch gerne ein großes Stück abschneiden würde.

Darüber hinaus gewinnt Google eine enorme Reichweite von AdRequests, die in Zusammenführung anderer Daten aus der Suchmaschine, Youtube und anderen akquirierten Projekten insbesondere in Bezug auf das Behavior Targeting interessant sein dürfte. Ein Alptraum für Datenschützer und Google-Konkurenten gleichermaßen: Google wird marktbeherrschend bei der Auslieferung von grafischen Werbeformen und habe gleichzeitig die Möglichkeit noch detailliertere personenbezogene Nutzerprofile zu erstellen und auszuwerten.

Kommentar: Stefan Husemann, Webmaster Media Group
09.03.2008
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