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Kommentar: Web 3.0 - fantastischer Blödsinn

[Kommentar von Lutz Wolf]
Frankfurt am Main, den 19.11.2007. Man könnte meinen, einige Journalisten hätten in den letzten Jahren nicht zugehört. Schon der Begriff "Web 2.0" war ehrlich gesagt nur alter Wein in neuen Schläuchen. Doch damit nicht genug: Web 3.0 heißt jetzt das Schlagwort, das angeblich die kommende Internetrevolution bringen soll.

Sie können sich beruhigt zurücklehnen. Sie haben nichts verpasst. Es handelt sich bei diesen neuen Begriffen nicht um neue technische Errungenschaften der Menschheit. Auch wenn man nach der Beschreibung einiger Journalisten an so etwas denken könnte. Wir gehen einfach mal davon aus, dass einige Journalisten selbst nicht wissen, was eigentich hinter diesen Schlagwörtern steht.

Das Internet war von seiner Geburt an darauf ausgelegt, Menschen miteinander zu verbinden. Und das über alle Grenzen hinweg. Die Menschen, die das Internet nutzten, haben aber bei weitem nicht alle Möglichkeiten genutzt. Das lag zum einen an fehlenden Anwendungen und Tools, zum anderen aber auch an fehlenden Ideen. Ja, die Ideen, die einem sagen, was man mit einem so gewaltigen Tool, wie dem Internet, alles anfangen kann - genau diese Ideen haben bisher gefehlt.

Und weil man sich ja bezüglich dieser weltumfassenden Ideenlosigkeit nicht die Blöse geben darf, muss man eben die Anwender und die Menschen, die sich mit dem Internet noch weniger auskennen, als man selbst, mit neumodischen Begriffen beschmeißen. Und schon hat man etwas Neues, etwas Fantastisches, etwas bisher noch nie Dagewesenes.

Es fing alles mit dem sagenumwobenen Web 1.0 an. Einige haben es benutzt, um einfach mal ein paar Bildchen "ins Netz" zu stellen. Die ganz schlauen Werber haben sich Banner ausgedacht, die man ja dann blinkend auf jede Seite in der Welt setzen kann. Ganz fortschrittliche Unternehmen, wie z.B. Amazon - der Buchhändler, haben dann auf die Idee des elektronischen Handels via Internet gesetzt.

Getreu dem Motto: Wir bieten einfach mal ein paar Waren an, die dann schon von irgend einem Menschen gekauft werden, hat viele Unternehmen und deren Finanzierer mehrere Milliarden Euro gekostet. Dieses Geld haben diese Firmen bis heute noch nicht wieder eingespielt.

Das anfängliche Web 1.0 war somit ein Fass ohne Boden und ohne rational denkende Menschen. Man hatte geglaubt, dass alle Menschen nun auf einmal selbständig über das Internet die Waren einkaufen. Was im normalen Geschäft auf der Zeil nicht funktioniert hatte, war nun im Internet scheinbar ganz einfach. Doch Pustekuchen! Es kam keiner. Und so hatten die vielen schlauen Webdesigner und Internet-Agenturen bald keine Kunden mehr, weil die Unternehmer gemerkt haben, dass sie da einer ganz großen Mär hinterhergelaufen sind.

Was nun, fragten sich die Werbeleute und Softwareentwickler? Da kam wohl dem einen oder anderen die Idee: Lasst uns mal das Web 2.0 groß rausschreien. Ja, mit dem Web 2.0 ist es endlich möglich, dass jeder Anwender seine selbst erstellten Inhalte ohne die Hilfe einer Media-Agentur ins Netz stellen kann. Die sogenannten Weblogs (oder neudeutsch "Blogs") waren geboren.

Im neuen Web 2.0 kann man jetzt den Leuten anbieten, sich miteinander auszutauschen. Auf sogenannten Online Social Network Seiten, wie beispielsweise www.linkedin.com für die Geschäftswelt oder www.facebook.com für private Hansels. Die Nutzer sind jetzt auf einmal nicht mehr die Masse, die von Inhalten berieselt werden muss. Nein! Die Nutzer werden jetzt selbst progressiv und helfen sich gegenseitig.

Doch auch hier hat man schnell gemerkt, das die selbstgeschaffene neue Blase recht bald langweilig wird. Jeder, der ein bisschen Webdesign kann, hat jetzt plötzlich ein Online Social Network am Start. Und jeder, der irgendeine Meinung hat, der stellt diese jetzt in seinen eigenen Blog (oder wie ich hier in ein kostenloses Pressearchiv). Und alle finden das total langweilig. Jeder gähnt nur noch durch die einzelnen Seiten. Doch alle, die ihre Inhalte veröffentlichen, finden sich total hipp und denken, sie werden jetzt bestimmt ganz schnell reich mit ihren tollen Botschaften.

Heute sind die Werber schon ein bisschen schlauer. Sie wissen längst, dass sich mit "irgendeinem" Web 2.0 mittlerweile kein Butterbrot mehr gewinnen lässt. Noch bevor es auch die anderen merken setzen sie jetzt auf das Super-duper-Web 3.0.

Das Web 3.0 macht es jetzt möglich, dass ich mir beispielsweise im Internet beim Otto-Versand eine Jeanshose von Levis ansehe. Bei meinem nächsten Besuch auf der Zeil fängt dann mein Handy an zu bimmeln, wenn ich an dem nächstbesten Jeans-Laden vorbei kommen, der auch Levis Jeans führt.

Ganz im Ernst: wer braucht denn jetzt so einen Blödsinn?

Oder noch eine Idee aus dem Web 3.0: Ich bin zum Beispiel an einem DVD-Player von Sony interessiert. Jetzt habe ich den Fehler gemacht, dass ich im Internet beim Media-Markt in die Suchspalte diesen DVD-Player von Sony eingegeben habe. Das System merkt sich die IP-Nummer meines Rechners. Wenn ich nun das nächste Mal bei Google eine Suchanfrage nach DVDs stelle, bekomme ich lauter tolle Infos über Testberichte zu dem DVD-Player, den ich vor ein paar Tagen beim Media-Markt gesucht habe.

Wie bitte? Ja, Sie lesen richtig? George Orwell, der Erfinder des Internets weilt unter uns bzw. im Kreise der Webentwickler und Media-Agenturen.

Und jetzt soll auch der "qualifizierte Berater" wieder einen neuen Stellenwert erhalten. Die Ideengeber des Web 3.0 haben doch tatsächlich "neu" entdeckt, dass eine qualifizierte Beratung wieder erheblich an Bedeutung gewinnt. Ja, jetzt sind wieder die Menschen gefragt, die den Menschen am anderen Ende der Welt persönlich kennen und zu seinen Fragen und Wünschen beraten.

Endlich steht wieder der Mensch im Mittelpunkt. Dann können wir doch gleich auf das Internet verzichten und wieder einen Tante-Emma-Laden um die Ecke aufmachen. Schöne neue Welt! Das hätte der alte George nicht gedacht.

Lutz Wolf
c./o. Lutz Wolf Consulting GmbH
Praunheimer Ldstr. 32
60488 Frankfurt am Main
Telefon: 069-9782910
E-Mail: info@lw-ffm.de
Internet: www.lutz-wolf-consulting.de

Die Lutz Wolf Consulting GmbH ist Berater für
* Personalwerbung,
* Personalbindung,
* Werbung (Neukundengewinnung und Kundenbindung),
* Leistungsinnovation und Leistungspflege.
Sie wurde 1992 gegründet. Lutz Wolf ist Dipl. Marketingleiter SGBS.
20.11.2007
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