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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im Januar 2010

Bild zur Newsmeldung
Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist seit dem Frühjahr 2009 aufwärts gerichtet. Aufgrund des starken Einbruchs im letzten Winterhalbjahr nahm das Wirtschaftswachstum im Durchschnitt des gesamten Vorjahrs jedoch nach ersten vorläufigen Ergebnissen real um 5 % ab. Dagegen blieb die Beschäftigung nahezu stabil. Die wirtschaftliche Erholung wird sich im laufenden Jahr gestützt durch weitere konjunkturelle Impulse des Staates, einer weiterhin sehr expansiv ausgerichteten Geldpolitik sowie als Folge der allgemeinen weltwirtschaftlichen Besserung fortsetzen und festigen. Allerdings dürfte der Erholungsprozess im Jahresendquartal eine Pause einlegt haben. Zudem wird er zu Beginn des neuen Jahres auch witterungsbedingt gebremst. Nicht zuletzt die seit September ausgeschöpfte Pkw- Umweltprämie hinterlässt ihren dämpfenden Nachklang sowohl bei der binnenwirtschaftlichen Nachfrage als auch bei der Industrieproduktion.

Im Produzierenden Gewerbe setzt sich der Aufholprozess in der Grundtendenz fort, wenngleich verlangsamt und bei nachlassenden Impulsen durch Pkw-Umweltprämien im In- und Ausland. So wurde durch die Erholung der Gesamterzeugung im Produzierenden Gewerbe im November um preis- und saisonbereinigt[2] 0,7 % der Rückgang im Monat zuvor nicht gänzlich kompensiert. Die Erzeugung veränderte sich im Zweimonatsvergleich kaum (+0,1 %), blieb im Dreimonatsvergleich aber deutlich positiv (+2,9 %). Die Zuwächse speisten sich im November sowohl aus der Industrie (+0,9 %) als auch aus dem Bauhauptgewerbe (+0,7 %). Der Umsatzentwicklung zufolge stützt derzeit vor allem das Auslandsgeschäft, das im Dreimonatsvergleich preis- und saisonbereinigt um 4,9 % gegenüber dem Vorzeitraum zulegte. Die Umsatzzuwächse im Inland fielen mit +1,0 % im gleichen Zeitraum geringer aus. Der Abstand der Industrieproduktion gegenüber ihrem Höchststand im ersten Quartal 2008 war im November mit saisonbereinigt knapp -18 % immer noch beträchtlich. Die Bestellungen in der Industrie erholten sich im November preis- und saisonbereinigt nach dem starken Rückgang im Vormonat wieder etwas (+0,2 %). In der Grundtendenz blieb die Nachfrage weiter aufwärts gerichtet, schwächte sich in der Dynamik aber merklich ab (Zwei- bzw. Dreimonatsvergleich: -1,2 % bzw. +2,6 %).

Gerade die Auslandsnachfrage ging nach kräftigen Zuwächsen zuletzt zwei Monate in Folge zurück. Dämpfend auf die Bestelltätigkeit insgesamt wirkten sich die Entwicklungen in der Fahrzeugbranche und den damit verbundenen Industriezweigen aus. Die weitere Erholung des ifo-Geschäftsklimas unterstreicht aber die weiterhin positive Grundstimmung in der Gewerblichen Wirtschaft.

Die Bauproduktion erhöhte sich im November um preis- und saisonbereinigt 0,7 %, schwächt sich in der Tendenz gegenwärtig aber eher etwas ab (Dreimonatsvergleich: -0,7 %). Ihr Vorjahresniveau übertraf die Bauproduktion im Dreimonatsvergleich um 3,0 %. Die Nachfrage im Bauhauptgewerbe besserte sich seit dem Tiefstand im ersten Quartal 2009 per Saldo und nahm zuletzt im Oktober preis- und saisonbereinigt um 3,6 % zu. Die weiteren Perspektiven für das Bauhauptgewerbe bleiben leicht aufgehellt. Die staatlichen Infrastrukturmaßnahmen sowie die Belebung im Wohnungsbau sprechen für gewisse Impulse in den kommenden Monaten, die allerdings wohl durch witterungsbedingte Behinderungen vorübergehend überlagert werden.

Die privaten Konsumausgaben waren zuletzt von Zurückhaltung seitens der Verbraucher geprägt. Während sie im ersten Halbjahr 2009 die gesamtwirtschaftliche Entwicklung stützten, setzte sich der Nachfragerückgang des drittens Quartals um preis- und saisonbereinigte 0,9 % im Jahresschlussquartal fort. So minderte sich das Umsatzvolumen des Einzelhandels (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen) saisonbereinigt im November um 1,7 %, nach +0,9 % im Oktober. Mit Blick auf die ausgeschöpfte Pkw-Umweltprämie drehte der Handel mit Kraftfahrzeugen erwartungsgemäß ebenfalls weiter ins Minus. Die weiteren Aussichten bleiben gemischt. Einerseits bleibt die Lage auf dem Arbeitsmarkt äußerst angespannt, andererseits erhält der Private Verbrauch durch die beschlossenen steuerlichen Entlastungsmaßnahmen zusätzliche Impulse. Der Einzelhandel selbst blickt erneut weniger pessimistisch in die Zukunft.

Die Besserungstendenz der deutschen Warenausfuhren hat zuletzt etwas an Tempo verloren. Im November nahmen sie um saisonbereinigt 1,6 % und im aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich um 4,1 % zu. Vor allem Basiseffekte lassen die Vorjahresrückstände zunehmend schwinden - aktuell im November waren es nur noch -3,1 % -, aber die Niveauunterschiede zu Vorkrisenzeiten sind weiterhin beachtlich. Die nominalen Warenimporte reduzierten sich im November mit -5,9 % kräftig und sind ein Indiz für eine schwache Binnennachfrage im Jahresschlussquartal. Dennoch zeugen die zuletzt zwar schwächere, aber tendenziell immer noch aufwärts gerichtete Auslandsnachfrage nach Industriegütern sowie die sich weiter bessernden Exporterwartungen der Unternehmen angesichts eines sich erholenden weltwirtschaftlichen Umfeldes von positiven außenwirtschaftlichen Perspektiven.

Der Arbeitsmarkt zeigt sich zum Jahresende weiterhin in recht robuster Verfassung. Die Arbeitslosigkeit entwickelt sich angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen bislang außergewöhnlich günstig. Im November fiel der Beschäftigungsrückgang mit saisonbereinigt - 18.000 Personen im Inland moderat aus. Nach den Ursprungszahlen gab es 40,58 Mio. Erwerbstätige und damit 218.000 weniger als vor einem Jahr. Der Beschäftigungsabbau wird erheblich durch die Nutzung von Arbeitszeitflexibilität gedämpft. Die registrierte Arbeitslosigkeit ging in den vergangenen Monaten saisonbereinigt sogar leicht zurück, zuletzt im Dezember um 3.000 Personen. Hierbei spielten allerdings auch Sondereffekte eine Rolle. Gegenüber dem Vorjahr lag die Zahl der Arbeitslosen zuletzt mit 3,276 Mio. um 173.000 höher. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht auf 7,8 %. Obwohl der Entlastungseffekt durch Kurzarbeit abnimmt, deuten die Frühindikatoren keinen beschleunigten Kräfteabbau an. Das Halten von Beschäftigung ging bislang auch zu Lasten der Produktivität und war insofern begleitet von höheren Lohnstückkosten. Vor diesem Hintergrund verbleibt angesichts der weiter stark unterausgelasteten Kapazitäten das Risiko einer deutlicheren Eintrübung des Arbeitsmarktes.

Die Preisentwicklung verläuft nach wie vor insbesondere auf der Verbraucherstufe sehr ruhig. Die Verbraucherpreise lagen im Dezember um 0,9 % über dem Vorjahresniveau. Hierzu trug bei, dass die Energiepreise erstmals wieder über ihrem Niveau vor einem Jahr stiegen (+1,0 %). Die Kerninflationsrate - ohne Energie und saisonabhängige Nahrungsmittel - verblieb bei niedrigen +1,0 %. Gegenüber dem Vormonat nahmen die Verbraucherpreise im Dezember saisonbedingt etwas stärker um 0,8 % zu, saisonbereinigt erhöhten sie sich aber nur um 0,1 %.

Hinweis:

Eine ausführliche Darstellung und Kommentierung der wirtschaftlichen Lage und Entwicklung wird in der Februar-Ausgabe des Monatsberichts "Schlaglichter der Wirtschaftspolitik" veröffentlicht. Die aktuelle Ausgabe wird am Ende der 3. Kalenderwoche auf der Internetseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zu finden sein.
16.01.2010
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